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Musik: 

Lebensphilosophie: 

Die Invasion der Barbaren
Originaltitel: Les invasions barbares
Denys Arcand, Kanada, Frankreich (2003)

Der Untergang des amerikanischen Imperiums
Originaltitel: Le Déclin de l'empire américain
Denys Arcand, Kanada (1986)
 
(Ich weiß, dass ich nichts weiß) 
USA 2004 
 
 

Film Empfehlungen... Rhythm is it (D 04), R: E. S. Lansch, Th. Grube

250 Kinder und Jugendliche, die meisten ohne jede Erfahrung mit klassischer Musik, proben Strawinskys Le Sacre du Printemps. Was als nette Abwechslung im Schulalltag beginnt, wird zur spannenden, höchst emotionalen Entdeckungsreise...
Auf Augenhöhe mit seinen jugendlichen Protagonisten Marie, Martin und Olayinka erzählt RHYTHM IS IT! leidenschaftlich und aufmerksam von der Entwicklung des ersten großen Education-Projekts der Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle: Ein mitreißender und zärtlicher Film über das Vertrauen in sich und andere und die Grenzen sprengende Kraft der Musik.
 
Und für alle, die mehr wissen wollen, hier noch eine längere Version:
Im Januar 2003 fand in Berlin das erste Education- Projekt der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle seinen Abschluss. 250 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 20 Jahren tanzten Strawinskys "Le Sacre du Printemps", choreographiert von Royston Maldoom. Die Dokumentarfilmer Thomas Grube und Enrique Sánchez Lansch begleiteten die jungen Laientänzer von der ersten Probe bis zur Aufführung. Aus 25 Nationen und allen erdenklichen Bildungs- und Gesellschaftsschichten stammten die jungen Eleven, denen der britische Choreograph Royston Maldoom innerhalb von sechs Wochen zur Bühnenreife verhalf. Exemplarisch für alle teilnehmenden Jugendlichen porträtieren Grube und Lansch drei der jungen Tänzer, die bei diesem Projekt erstmals in ihrem Leben mit klassischer Musik in Berührung kamen.
Der 15-jährige Olayinka ist ein Flüchtling aus Nigeria. Seit sechs Monaten lebt er in Deutschland, wo er sein Leben ganz allein gestalten muss. Die 14-jährige Hauptschülerin Marie plagt sich mit Zukunftsängsten. Ihr Zeugnis ist schlecht, die Versetzung gefährdet und ihre Faulheit gibt sie unumwunden zu. Etwas reifer ist der 19-jährige Martin. Er ist ein introvertierter Junge mit Berührungsängsten. Alle drei haben ihre Probleme mit dem Leben. Umso erstaunlicher ist die persönliche Wandlung, die sie innerhalb der sechs Wochen durchleben. Am Ende des Projekts wirken sie allesamt frischer, selbstbewusster und zuversichtlicher als zu Beginn. Olayinkas depressiver Blick ist verschwunden, Maries Teint erscheint gesünder und Martin ist erstaunt über seine neu gewonnene Offenheit. An ihren Porträts wird deutlich, dass ein Education-Projekt wie dieses für Jugendliche weit mehr ist als eine Abwechslung zum öden Schulalltag. Es ist eine Erfahrung, die sie auch emotional stärkt. Durch den Tanz erfahren sie eine ganz neue Beziehung zu ihrem Körper und somit auch zu ihrem eigenen Leben. Zu verdanken haben sie dies in diesem Fall ihrem Lehrer Royston Maldoom, der in aller Welt bereits zahlreiche Projekte dieser Art verwirklichte. Sein Umgang mit den Tanzschülern ist beeindruckend. Mit Strenge fordert er eiserne Disziplin und ebnet ihnen dadurch nicht nur einen Zugang zur Musik, sondern auch den Weg zu persönlicher Selbstständigkeit. Maldoom geht es bei seiner Arbeit nicht allein um Kunst, sondern primär um Pädagogik - und das sieht man. In einer exemplarischen Szene zeigt er seinen Schülern, was ihre Körperhaltung beim Tanz über ihren Charakter verrät. Wie mangelndes Selbstbewusstsein und Zukunftsängste schonungslos zum Vorschein treten. Hier wird Musik zur Therapie.
Im Gegensatz zu den am Rand der Turnhalle sitzenden Schullehrern, die ihre Schützlinge ohne jegliches Vertrauen immer wieder unbegründet klein reden, hat Maldoom das Prinzip des Forderns und Förderns verstanden. Maldooms Arbeit und sein Zusammenspiel mit den Kindern ist die große Stärke von "Rhythm Is It!". Beinahe beiläufig porträtiert der Film aber auch den Chefdirigenten Sir Simon Rattle, der die Berliner Philharmoniker musikalisch auf das Education-Projekt vorbereitet. Seine Arbeit am Pult vollführt Rattle mit leidenschaftlicher Eleganz. Aus seinen Worten und seiner äußerlichen Erscheinung lassen sich ein gewisses Maß an Überheblichkeit und Besessenheit nicht verleugnen. Trotzdem ist seine Ausstrahlung positiv. Der professionelle Umgang mit seinem Orchester ist ebenso beeindruckend wie sein Auftreten vor den jugendlichen Tänzern, die er beim ersten Zusammentreffen mit offenen Armen empfängt. Bei all der implizierten Pädagogik wird einem anhand von Rattle vor Augen geführt, dass in diesem Dokumentarfilm die Musik und der Tanz im Vordergrund stehen. "Kultur ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit", bringt Sir Simon Rattle die Botschaft auf den Punkt. Wer sich "Rhythm Is It!" anschaut, wird das gleich in mehrfacher Hinsicht unterstreichen können. Kultusminister aller Länder, schaut auf diesen Film!
   
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